Bekannt seit 1750
Im Jahr 1795 wurde in Sagard ein Kurbad eröffnet, das zu den frühesten Badeanlagen auf Rügen gehörte.
Bereits um 1750 waren die Quellen in Sagard bekannt. Dem mineralhaltigen Wasser wurde damals eine wohltuende Wirkung zugeschrieben.
1794 begannen der Sagarder Pfarrer Heinrich Christoph von Willich und sein Bruder, der Arzt Moritz von Willich, mit der Gestaltung eines Kurbades rund um die Quellen auf der Pfarrkoppel. Mit Unterstützung des Grafen Magnus Friedrich Brahe wurden die Quellen eingefasst und die Umgebung als Parkanlage gestaltet. Wege, Anpflanzungen, Sitzmöglichkeiten, kleine Lauben, ein Pavillon und ein Kurhaus boten den Gästen Raum für Erholung und Aufenthalt.
Moritz von Willich betreute die Kurgäste und entwickelte verschiedene Anwendungen mit dem Quellwasser. Die 1795 eröffnete Bade- und Kuranlage entwickelte sich zum Mittelpunkt eines kleinen, aber lebhaften Kurbetriebs.
Ab etwa 1810 ging die Zahl der Gäste zurück. Politische und wirtschaftliche Veränderungen erschwerten den weiteren Betrieb. Auch die zunehmende Konkurrenz anderer Badeorte trug dazu bei, dass geplante Erweiterungen nicht mehr umgesetzt wurden. Der Kurbetrieb kam schließlich zum Erliegen.
Die neben dem Pfarrhaus gelegene Pfarrkoppel gehörte zur Sagarder Kirche. Nach den Vorstellungen der Initiatoren wurde das Gelände zu einer parkähnlichen Anlage umgestaltet.
Das Wasser der Sagarder Quellen wurde vor der Eröffnung des Kurbades von verschiedenen Fachleuten untersucht. Dabei wurden besondere Eigenschaften des mineralhaltigen und kohlensäurehaltigen Wassers festgestellt. Die gesundheitliche Wirkung wurde jedoch auch damals unterschiedlich beurteilt.
Über der Hauptquelle befand sich ein runder Pavillon. Bereits in den ersten Jahren nach der Eröffnung entstanden weitere Gebäude und Einrichtungen. Für Trinkkuren wurde neben dem Sagarder Quellwasser zeitweise auch Wasser aus anderen Kurorten angeboten.
Die Brunnenaue wird auf ihrer gesamten Länge vom Sagarder Bach durchflossen. Mehrere Quellen und zahlreiche Stellen, an denen Wasser aus dem Boden austritt, versorgen den Bach zusätzlich mit Wasser.
Die hohe Bodenfeuchtigkeit prägt die Landschaft der Brunnenaue bis heute. Bachläufe, Quellen und bewaldete Wege machen das Gelände zu einem besonderen Natur- und Erholungsraum in Sagard.
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